Neue deutsche Rechtschreibung

Der deutsche (Un-)Kultusministerrat hat vor Jahren gegen heftigen Widerstand prominenter Dichter, Novellisten und Autoren beschlossen, den Niedergang des deutschen Kulturerbes zu beschleunigen und unvergängliche Werke literarischer Hochblüte wie die eines Goethes, Fontanes, Gotthelfs oder C. F. Meyers gleichsam zum Müll der Geschichte zu werfen.

Die neudeutsche Rechtschreibung ist erstens ein Zugeständnis an die Einwanderungsmassen, die sich dem höheren Bildungsniveau deutscher Kultur nicht anpassen können oder wollen. Wer mit dem herkömmlichen Deutsch nicht zurechtkommt, könnte ja sitzenbleiben! Zweitens dient sie dem Gewinnstreben der Lexikon- und Schulbuchverlage, deren Umsatz in die Milliarden geht. Wer an Korruption und Schmiergelder für Kultusminister und Lehrbeauftragte denkt, liegt vermutlich richtig.

Das idiotische Neudeutsch wie «aufwändig», «Gämse» (statt aufwendig, Gemse) wie es jeder Deutsche ausspricht, nämlich mit offenem E wie in «wendig (wenden)», nicht mit Ä wie in «fälschlich», führt zu Differenzen von gesprochener und geschriebener Sprache. Aufwändig auswendig lernen! Dümmer geht es nimmer!

Milliarden von Büchern, lexikalische Werke, Sammelbände und Farbdrucke werden noch Jahrzehnte in den Bücherregalen stehen, parallel zu neudeutschen Druckwerken. Die Reform ist der Unfug von Wenigen und schadet der Mehrheit mehr als sie nutzt.

Wie Der Spiegel und Bild am Sonntag Mitte Juni berichteten, wollen vorerst zumindest die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen die Einführung der neuen Schreibregeln überraschend verschieben. Offenbar beginnt es einigen zu dämmern, was die (Un-)Kultusminister auf Drängen der Ministerpräsidenten angerichtet haben.

Zur Volksverdummung gehört auch das Aufteilen gesprochener Telefonnummern in einzelne Ziffernfolgen anstelle der bildhaften Zahlworte, die anders als Einzelziffern im Kurzzeitgedächtnis haften bleiben. In Telefonbüchern und auf Dokumenten sind sie auch heute noch in Dreiergruppen (895.362) angeordnet, weil sie so besser zu lesen und auch besser zu behalten sind. Die Ausrede mit der elektronischen Umsetzung von Ziffern in Sprache tönt zwar gut, ist aber mehr als billig. Die schnellsten Computer können in weniger als einer Sekunde mehr berechnen als ein Mensch in tausend Menschenleben. Auch ist die computergestützte phonetische Umsetzung der Ziffern von 10 bis 999 problemlos realisierbar.

Setzen Sie wie namhafte Schriftsteller und Zeitungen auch (z.B. Frankfurter Allgemeine Zeitung) dem Neudeutsch Widerstand entgegen. Beachten Sie konsequent die bisherige Rechtschreibung. Zugeständnisse an den sprachlichen Unfug nützen nur Ausländern, Lexikon- und Schulbuchverlagen.