Finanzzauberer
In den USA haben Tausende ihre Lebensersparnisse und Abertausende ihre Arbeitsplätze verloren als Enron, der siebtgrösste US-Betrieb und Amerikas grösster Energiehandelsbetrieb wegen «Finanzzaubereien» ihres Chefbuchhalters Andrew S. Fastow in den Konkurs stürzte.
Die New York Times schrieb von persönlichen Bereicherungen und der Manipulation bei der Bekanntgabe von Enrons Finanzlage (NYT 6.2.2002). Und The Washington Post erklärte, Fastow sei im Zentrum des Debakels erschienen, das die Enron in den grössten Bankrott der US-Geschichte gestürzt habe. Er hätte das Unternehmen als «persönliches Sparschwein» benutzt.
Fastow, 40, ist Vater von zwei Söhnen, sechs und drei Jahre alt und verheiratet mit Lea Weingarten (TWP 7.2.2002). Die NYT vermeldet im oben zitierten Bericht: «Fastow habe eine wichtige Rolle in der jüdischen Gemeinde von Houston und er habe die Aufgabe übernommen, Spendengelder für das städtische Holocaust-Museum einzutreiben».
Szenenwechsel in die Zeit, als die volkseigene Deutsche Telekom das deutsche Staatsmonopol in eine private Aktiengesellschaft verwandelte:
Mit den Worten «Die Privatisierung der Deutschen Telekom ist gerade für den kleinen Mann attraktiv» lockte der im September 1999 verstorbene jüdische Börsenexperte André Kostolany 1996 etwa drei Millionen deutsche Michel in die Spekulation. Er prophezeite die Telekomaktie als «zukunftsorientierte Anlage für die [deutsche] Familie.» Dafür garantiere schon das Management der Telekom, liess er verbreiten. «An deren Spitze steht ein Landsmann von mir: Ron Sommer ist ein halber Ungar.» Ganz besonders sicher sei die Aktie, «weil dafür grosse Namen wie Goldman-Sachs, Warburg (London), Merrill Lynch und die Rothschilds sorgen.» Da konnte der deutsche Michel ja beruhigt sein! Auch die Zeitschrift Capital verbreitete rundherum Zuversicht. In ihrer Ausgabe 5/1996 schrieb sie: «Die neue Telekomaktie wird ein voller Erfolg!» Fünf Jahre später war die Deutsche Telekom AG pleite. Der zur Hälfte ungarnstämmige Ron hiess jetzt in den Zeitungen mit Vorname plötzlich Aron. Nach dem Milliardenverlust bei der Deutschen Telekom AG flüchtete Aron Sommer nach Israel.