Editorial
In der Schweizerzeit vom 30.5.03 hat ihr «Denkzettel»-Schreiber Eduard Stäuble auf Seite 1 über die fragwürdigen Umfrage-Institute und ihre skurrilen Methoden zur Vorhersage der Volksmeinung berichtet – ellenlang, ausführlich und seitenfüllend, als ob wir auf das Geschäft rein privatwirtschaftlicher Betriebe politisch je Einfluss nehmen könnten, um abschliessend seinen Lesern den erstaunlichen Rat zu geben, «sich von diesen Umfragen nicht beeindrucken zu lassen».
Ob sich NR Dr. Ulrich Schlüer (SVP), Chefredaktor dieser Zeitung «für Unabhängigkeit, Föderalismus und Freiheit», einmal dazu durchringen könnte, auf der Titelseite den für unsere Unabhängigkeit und Freiheit viel wichtigeren Fragen nachzugehen, wieso einige unserer jeweils amtierenden Bundesräte (Cotti, Delamuraz, Koller, Couchepin) schon seit mehreren Jahren an geheimen Bilderbergertreffen teilnehmen und was sie dort zu verhandeln haben; oder ob nicht eine Volksinitiative angezeigt wäre, um Parlamentarier dazu zu verpflichten, ihre Mitgliedschaft bei der obskuren Freimaurerei offenzulegen, wozu auch die jüdische Loge B’nai B’rith (Bund der Brüder) gehört; oder ob die Verheimlichung wesentlicher Teile von Verträgen mit ausländischen Organisationen – besonders, wenn sie Grundlagen von Volksabstimmungen sind, wie etwa am 18. Mai 2003 zur Armeereform XXI – verfassungsrechtlich zulässig ist oder womöglich gar ein Akt kriminellen Landesverrates?
Ernst Indlekofer