Zusammenbruch
des US-Energiegiganten Enron
Die Privatisierung und Deregulierung der Wasser- und Stromversorgung führte mit dem Zusammenbruch des Energiegiganten Enron zur grössten Firmenpleite der neuen US-Geschichte. Der Energiehandelskonzern hatte die Liberalisierung des Marktes dazu benutzt, um seine Profite zu maximieren. Enron erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 100 Milliarden Dollar. Nach dem Konkurs waren seine Aktien gerade noch ein 350stel ihres vormaligen Börsenkurses wert. Solange sich Enron auf Einkaufstour befand, rühmte sich das Unternehmen seines transparenten Geschäftsgebarens. Doch nach dem Konkurs kam heraus, dass es sich um ein chaotisches Gespinst von Lügen und gefälschten Bilanzen handelte.
Die Direktoren machten sich mit Hunderten Millionen Dollar davon, während Angestellte ihre Stellen und Pensionsgelder verloren und den Stromkunden ständige Stromausfälle zugemutet wurden. Abertausende von Kleinanlegern, die Enron vertraut haben, verloren ihr ganzes Vermögen.
Das Unternehmen und seine Manager spendeten routinemässig gewaltige Summen an die grossen politischen Parteien: Sie waren Georg W. Bushs grösste Wahlkampffinanciers. Seinen Blitzstart begann Bush mit den Deregulierungen der Energiegesetze in Texas. Die Enron machte vier Mio. Dollar locker, um ihn als US-Präsident zu installieren (Bröckers, «11.9.», S. 193). Nach dem 11.9. hatte Bush die Frechheit, auch die Akten seiner Gouverneurszeit in Texas unter dem Teppich der «Präsidentschaftsfamilie» verschwinden zu lassen. Bush liess nach dem 11.9. den «Freedom of Information Act» ausser Kraft setzen (Justizminister Ashcroft stellte es im Dezember 2001 allen Behörden frei, Ersuchen nach Aktenfreigabe unter Hinweis auf die «nationale Sicherheit» abzulehnen). Die Aufklärung der Enron-Korruption des Weissen Hauses wird damit von Bush blockiert.
Die Schweiz wird oft «Schwesterrepublik der USA» genannt. Ob dieser Vergleich auch für Wahlkampffinanzierungen an Politiker und Parteien zutrifft? Ihre nicht verständliche Unterordnung bei EU und internationalen Organisationen fände damit endlich die lang gesuchte Erklärung.