15. Mai 1948: Der Tag an dem die Katastrophe kam

Was die jüdische Bevölkerung als Beginn der Geschichte des eigenen Staates feiert, bedeutet für die Palästinenser eine Katastrophe (Nakba). Nakba symbolisiert die gewaltsame Vertreibung der palästinensischen Zivilbevölkerung aus ihren Häusern, Dörfern und ihrem Land, ihre Enteignung, den Raub ihrer wirtschaftlichen und natürlichen Ressourcen, die Verdrängung oder Auslöschung ihrer Geschichte, die systematische Diskriminierung der im Gebiet des heutigen Israel verbliebenen Menschen und für Hunderttausende den Beginn einer jahrzehntelangen, bis heute andauernden Flüchtlingsexistenz.

Das brutale Vorgehen der israelischen Armee und Regierung gegen die palästinensische Bevölkerung in den 1967 besetzten Gebieten und die Unbeirrtheit, mit der sich die israelische Regierung bei der Verfolgung eigener Interessen über internationale Proteste und internationales Recht hinwegsetzt, lösen gegenwärtig in der ganzen Welt Empörung aus. Die massiven Zerstörungen und Menschenrechtsverletzungen in Jenin und die Weigerung, die Ereignisse durch eine UNO-Kommission untersuchen zu lassen, wären jedoch ohne Rückendeckung der Vereinigten Staaten und die Duldung der europäischen Staaten nicht denkbar. Die in den letzten Wochen von hochrangigen Militärs und Politikern in Israel immer unverblümter geäusserten Spekulationen über eine weitere Vertreibung der Palästinenser aus den 1967 besetzten Gebieten und selbst von palästinensischen Staatsbürgern Israels, lassen für die nächste Zeit eine weitere massive Eskalation befürchten.

Eine Abkehr Israels von seiner Vertreibungspolitik gegenüber der palästinensischen Bevölkerung und der Zerstörung ihrer Existenz und Gesellschaft kann nur durch massiven Druck von aussen erreicht werden. Werden auch Sie aktiv!

[Anmerkung der Redaktion: Das Rückkehrsrecht der rund 700’000 vertriebenen Palästinenser ist in der UNO-Resolution 242 fest verankert, aber die UNO ist untätig und ihr Präsident Kofi Annan geht lieber mit Ex-Bundesrat Adolf Ogi spazieren. Bundesrat Josef Deiss hatte vor der Abstimmung zugesichert, die Schweiz könne mitbestimmen, sobald wir UNO-Mitglied sind. Wie lange will Herr Deiss noch zuwarten?]