Editorial
Es ist unerfindlich, warum alle, wirklich alle Publikationen der UNO-Gegner an der seichten Oberfläche bleiben. Sind sie etwa der Meinung, die halbe Wahrheit genüge? Eine halbe Wahrheit ist immer auch eine halbe Lüge. Wer meint, darauf die Zukunft bauen zu können, irrt. Der Ständerat befürwortet den UNO-Beitritt (auch) aus «humanitären» Gründen, liest man. Die UNO-Untätigkeit gegen Israels menschenrechtswidrige, rassistische Palästinenserpolitik schlägt diesen Heuchlern ins Gesicht. Sie ist ein Fingerzeig, wer die UNO regiert. Eine Zeitung schreibt: «Die Schweiz stört den Weltherrschaftsanspruch der im Hintergrund operierenden Hochfinanz.» Warum keine Namen? Wie sollen die Geschütze gegen eine anonyme Hochfinanz in Stellung gebracht werden? Was soll der Leser mit Allgemeinplätzen über NGO’s, Boutros-Ghali oder Kofi Annan? Nur die Wahrheit über die Hintergrundmächte führt zum Ziel. Es existiert eine umfangreiche Literatur. Ich stelle jedoch verwundert fest, dass sie von den Medien nicht diskutiert und im Buchhandel nicht feilgeboten wird. Zu jedem noch so banalen Thema gibt es aber eine Flut von Angeboten.
Ernst Indlekofer