Editorial

Der Philosoph Karl Jaspers (1883 – 1969) schrieb in seinem Buch „Hoffnung und Sorge“, die Freiheit der Menschen im Abendlande, die in Jahrhunderten, ja Jahrtausenden errungen wurde, könnte durch eine herrische, rücksichtslose und willkürliche Herrschaft wieder verschwinden. Seine Sorgen waren berechtigt. Die Zwänge, denen das Volk bei den folgenschwersten Abstimmungen (Antirassismusgesetz, neue Bundesverfassung, bilaterale Verträge) ausgesetzt war, tragen Züge des Despotismus mit technischen Mitteln: Einseitige Aufklärung durch die Massenmedien, Unterdrückung missliebiger Meinungen, massenpsychologische Beeinflussung, verfassungswidrige Abstimmpropaganda durch Bundesräte usw. Jaspers schreibt: die Wahrheit sei die mächtigste Kraft, doch in der Politik scheine die Lüge in allen ihren Gestalten als Prinzip zu wirken. Wie recht er doch hat! Bemerkenswert sind seine Sätze: „Nichts im Abendlande ist von solcher Niederträchtigkeit gewesen […] wie sie in Hitler und seinen Kumpanen auftrat […] sie waren eine Verbrecherbande.“ Es gelte „den Daseinsraum wieder herzustellen, in dem das Deutsche in seiner Sitte und Tiefe und Herrlichkeit, das Leben der Familie in Schönheit, Treue und Verlässlichkeit, das Schaffen und Denken wieder wachsen können.“ Doch, wie sieht es heute aus? Sittenzerfall, Abtreibungen, Scheidungen, Begünstigung von schwulen und lesbischen Paaren, volksschädigende Drogenpolitik, Verbrechertum durch „multikulturelle“ Gesellschaft usw. Wenn Jaspers Recht hat, stellt sich die Frage: Wer sind die heutigen „Hitler“ und Verbrecher der Gesellschaft? Um schonungsloses Anhalten wird gebeten.

Ernst Indlekofer