Quo vadis, Schweiz?
Von Verrätern an Brüssel verkauft
Die Gegner der bilateralen Verträge verdienen einen grossen Achtungserfolg. Wegen der, sogar aus Steuermitteln, bezahlten Phalanx der Befürworter hat das Schweizer Stimmvolk am 21. Mai die Verträge mit 67% Ja-Stimmen angenommen, bei nur 47,4% Stimmbeteiligung. Viele Ja-Stimmen gab es auf die Zusicherung des Bundesrates, die „Bilateralen“ hätten nichts mit einem EU-Beitritt zu tun. Doch kaum war das Resultat bekannt, begann die Debatte um die weitere Einbindung der Schweiz in die EU, UNO und Nato. Man kann für den EU-Beitritt sein, doch dann müsste man, wie Erich Schmid, Direktor des Europa-Instituts Schweiz, gerügt hat, auch auf die Nachteile hinweisen. Schmid hat in einem Beitrag „Die Integrationsfalle“ in der Weltwoche vom 4.5.2000 klar gemacht, dass über die „ernsthaften Gründe gegen die Bilateralen“ bei dieser Volksabstimmung „keine sachliche Auseinandersetzung stattgefunden hat“. „Ganze Artikelserien beleuchten die Vorteile der Verträge und blenden konsequent genau das aus, was auch noch gesagt werden müsste“, schrieb Schmid. In der Tat kennen die Wenigsten die sieben Verträge. Die Ausrede des Bundesrates, die Stimmbürger könnten (gegen Bezahlung von Fr. 25.–) die Verträge (620 Seiten) in der Bundeskanzlei bestellen oder diese im Internet lesen, war eine unverzeihliche Frechheit. Erstens hätten die Verträge Bestandteil der Abstimmungsunterlagen sein müssen und zweitens hat der grösste Teil der Stimmbürger keinen Internet-Anschluss.
Man muss rund 200 Jahre in der Schweizergeschichte zurückgehen, um ähnliche Freveltaten von Schweizern gegen das eigene Volk zu finden: Damals wollte das revolutionäre Frankreich unser Land einverleiben, wenn nötig mit militärischen Machtmitteln. In den Besitz der zentralen Alpenpässe und unseres grossen Reichtums zu gelangen, waren neben der Revolutionierung der Schweiz die eigentlichen Motive ihres Ziels. Die Erreichung desselben wurde Frankreich durch die Tätigkeit schweizerischer Verräter erleichtert, die sich für die Revolutionsideale begeistert hatten. Besonders hervorgetan hatte sich der Waadtländer César Laharpe, der in Paris die militärische Einmischung Frankreichs forderte! In der Folge besetzte Frankreich ganze Landesteile der Schweiz. Bern wurde durch General Brune eingenommen.*
Die EU-Turbos gleichen den damaligen Verrätern auffallend. Doch haben wir heute im Unterschied zu damals gleich Dutzende von diesen, allen voran das verlogene Lumpenpack der Nomenklatura in Wirtschaft und Politik, das schon wiederholt vor keiner Niedertracht zurückschreckte, wenn es unsere Freiheitsrechte schmälern wollte. Diese wissen genau, dass die direkte Volksdemokratie heute schon „bilateral“ ausser Kraft gesetzt ist. Auch grosse Teile der Massenmedien sowie die im Verborgenen wühlenden Marxisten und Roten aller Schattierungen sind mit von der Partie. Wieder haben es die ausländischen Napoleone auf unsere Alpenübergänge und unseren Reichtum abgesehen wie weiland 1798. Statt in Paris, hocken sie heutzutage in Brüssel. Das Verhalten der Classe politique bei den Abstimmungen zum Antirassismusgesetz, zur neuen Bundesverfassung und zu den bilateralen Verträgen legen Zeugnis dafür ab, dass uns die Konkordanzbanditen von FDP, CVP, SVP und SPS durch einseitig orchestrierte Meinungskampagnen planmässig und systematisch einer Diktatur unterwerfen wollen. Was denken Sie, lieber Leser, liebe Leserin, wie lange Sie sich das alles noch gefallen lassen wollen?
Fussnote
* Fritz Schaffer, „Abriss der Schweizer Geschichte“, 1972